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Posts Tagged ‘Zukunftsforum’

Mit dem Zukunftsforum verfügt die DECHEMA-Fachgemeinschaft Biotechnologie über einen ziemlich einmaligen „Think Tank“ junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Seit 2002 treffen sich regelmäßig etwa 20 Mitglieder aus Akademia und Industrie, die ein breites fachliches Spektrum abdecken. Sie diskutieren aktuelle Trends und melden sich nicht nur innerhalb der Fachgemeinschaft, sondern auch weit darüber hinaus zu wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten zu Wort.  Dirk Tischler und Selin Kara sind seit Mai 2016 im Zukunftsforum und wurden vor kurzem zu seinen Sprechern gewählt. Wir haben gefragt, warum sie sich engagieren und was sie sich für die nächste Zeit vorgenommen haben.  

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Das Zukunftsforum bei seinem Treffen im Oktober 2018. Selin Kara steht ganz links außen, Dirk Tischler als dritter von rechts in der zweiten Reihe

Herr Tischler und Frau Kara, warum sind Sie zum Zukunftsforum gestoßen?

Dirk Tischler: Ich wollte mich gern intensiver mit Förderpolitik und dem Fach Biotechnologie auseinandersetzen. Da schien die DECHEMA äußerst sinnvoll, da hier viele Fachgruppen in dem Bereich zusammenlaufen – auch solche mit anderen Gesellschaften wie der VAAM und GDCh. Und für einen Nachwuchswissenschaftler macht es dann auch Sinn, das in einem Forum zu verwirklichen: dem Zukunftsforum.

Selin Kara: Ich bin seit meinem Masterstudium 2005 bei DECHEMA-Aktivitäten dabei. Ich war fasziniert, wie man mit Hilfe der DECHEMA viele Vernetzungen sowohl in der Akademie als auch in der Industrie aufbauen kann.  Als Habilitandin war ich sehr interessiert am Zukunftsforum, da es eine Plattform für Diskussion und Zusammenarbeit anbietet.

Was macht Ihnen an der Mitarbeit im Zukunftsforum besonders viel Spaß?

Dirk Tischler: Es ist eine sehr dynamische und interdisziplinäre Arbeit mit sehr engagierten und zielstrebigen Nachwuchsleuten. Wir haben die Chance, so aus verschiedenen Blickrichtungen Themen zu diskutieren und voranzubringen durch Stellungnahmen oder Positionspapiere.

Selin Kara: Sowohl die Diversität als auch die Komplementarität der Forschungsthemen inspirieren mich sehr, mit den anderen Nachwuchsgruppen zusammen zu arbeiten. Außerdem bietet das Zukunftsforum auch die Möglichkeit, uns über unsere gemeinsamen akademischen Aufgaben und Hürden in der akademischen Laufbahn auszutauschen. Vor allem der Dialog mit den Nachwuchsgruppen über diese Themen macht mir sehr viel Spaß.

„Man lernt neue Herangehensweisen kennen“

Was, denken Sie, werden Sie aus dieser Mitarbeit für sich mitnehmen?

Dirk Tischler: Fachlich muss ich hier immer über den Tellerrand schauen und werde da einiges stetig lernen und mir aneignen. Aber auch die Organisation in so einem diversen Gremium ist interessant und man lernt neue Herangehensweisen kennen.

Selin Kara: Fachlich bin ich sehr gespannt zu sehen, was die  Nachwuchsgruppenleiter im Bereich Biotechnologie machen und ich werde neue Kenntnisse gewinnen. Außerdem hoffe ich natürlich darauf, die Möglichkeit zu haben, mit meinen DECHEMA-Zukunftsforum-Kollegen zu kooperieren. Ich denke, ich werde eine langfristige Vernetzung aufbauen.

Was fasziniert Sie an der Biotechnologie, und wo möchten Sie gerne zukünftig Ihren persönlichen Forschungsschwerpunkt legen/ausbauen?

Dirk Tischler: Ich arbeite im Wesentlichen mikrobiell und mit Enzymen zur Synthese neuer Stoffe. Das ist nur ein kleiner Bereich im großen Feld der Biotechnologie. Mir gefällt besonders der modulare und interdisziplinäre Charakter der Biotechnologie.  Und wenn man die einzelnen Bereiche zusammenfügt,  kommt man zu einem Prozess, dessen Produkt in die Gesellschaft gelangen kann – es ist eben angewandte Forschung!

Selin Kara: “Biotechnologie“ ist ein sehr breit gefächertes Forschungsfeld. Man kann sich z.B. mit der Stammentwicklung beschäftigen, mit Antikörper-Herstellung oder mit der Optimierung von enzymatischen Reaktionen mit Hilfe von Reaktionstechnik. Dies sind nur Beispiele; Biotechnologie bietet einfach eine große Plattform, in der viele Disziplinen verschmelzen können.
Der Fokus meiner Arbeit ist die Etablierung von neuen Reaktionen mit Enzymen – also Biokatalyse – und die Optimierung von enzymatischen Reaktionen mit Hilfe der Ingenieurwissenschaften. Ich – als Verfahrenstechnikerin – benutze die reaktionstechnischen Lösungswege, um die Produktivität der enzymatischen Reaktionen zu maximieren. Mein zukünftiger Fokus wird im Bereich „Flow Biocatalysis“ liegen, wo man Enzyme in kontinuierlich betriebenen Reaktoren einsetzen kann.

„Aktivitäten einem breiten Publikum nahebringen“

Herr Tischler, wie sehen Sie die Rolle des Zukunftsforums für die DECHEMA bzw. die Fachgemeinschaft Biotechnologie?

Dirk Tischler: Das Zukunftsforum ist ein Forum, in dem aktuelle Meinungen zum Fach und neue Ausrichtungen diskutiert und vorgestellt werden. Es soll einen Überblick oder Querschnitt zum Fachgebiet umreißen und neue Themen und Trends identifizieren. Wir versuchen, die Kommunikation zwischen den Teildisziplinen voranzutreiben und immer wieder anzustoßen und vor allem den Nachwuchs mit ins Boot zu holen.

Frau Kara, was haben Sie sich für die nächsten Jahre als neue Sprecherin des Zukunftsforums zum Ziel gesetzt?

Selin Kara: Ich möchte sehr gerne unsere Aktivitäten im Bereich Biotechnologie dem breiten Publikum näher bringen. Hierzu sollten wir unsere Forschungsfelder und unsere Visionen in einfachen Worten der „Allgemeinheit“ bekannt machen. Ich denke, dies wird die Position der DECHEMA in der Gesellschaft – nicht nur im akademischen und industriellen Umfeld – stärken.

Mehr über das Zukunftsforum Biotechnologie. Wenn Sie über das Zukunftsforum und seine Aktivitäten mehr erfahren möchten, kommen Sie zur Frühjahrstagung der DECHEMA-Biotechnologen – dort wird unter anderem der Preis des Zukunftsforums verliehen.

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Autoren: Jochen Schmid & Falk Harnisch

Am 25.05.2016 traf sich das Zukunftsforum der DECHEMA am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ in Leipzig. Das Treffen in Leipzig war das erste, welches in rotierender Form an den Wirkungsstätten der jeweiligen Mitglieder stattfand. Ziel der Rotation ist es, vielfältigere Einblicke in die Arbeitswelten zu erhalten und eine bessere Vernetzung der Mitglieder zu erreichen. Das Zukunftsforum besteht aus Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern unterschiedlicher Fachgebiete, welche das ganze thematische Spektrum der Biotechnologie abbilden und insbesondere die Belange des wissenschaftlichen Nachwuchses vertreten.

Zukunftsforum 2016

Die Mitglieder des Zukunftsforums von oben nach unten und links nach rechts: Bruno Bühler, Florian Centler, Stefan Junne, Bastian Blombach, Jan Marienhagen, Selina Kara, Stephan Noack, Mario Jekle, Thomas Haarmann, Uwe Jandt, Nils Tippkötter, Jochen Schmid (Sprecher), Kathrin Castiglione, Dirk Tischler, Falk Harnisch (Sprecher)

Es positioniert sich dabei zu aktuellen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen biotechnologischen Fragestellungen. Das Zukunftsforum ist auch Initiator und Veranstalter der Summer School „Quantitative Biology“, wirkt mit Positionspapieren („40 Jahre Biotechnologie„) in die Gesellschaft und gestaltet  auf der diesjährigen 32. DECHEMA-Jahrestagung der Biotechnologen eine Vortragsreihe und Podiumsdiskussion zum Thema „Die Zukunft der Biotechnologie“. Als neue Mitglieder konnten in Leipzig nach geheimer Wahl Dr. Selin Kara (Hamburg), Dr. Dirk Tischler (Freiberg), Dr. Uwe Jandt (Hamburg), Dr. Nils Tippkötter (Kaiserslautern) und Dr. Florian Centler (Leipzig) begrüßt werden. Zum neuen Sprecher wurde Dr. Falk Harnisch (Leipzig) gewählt, der den langjährigen Vorsitzenden Prof. Dr. Kai Muffler ablöst. Zusammen mit Dr. Jochen Schmid (München) koordiniert er die Arbeit des Zukunftsforums und vertritt es innerhalb der DECHEMA und darüber hinaus.

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