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Otto von Guericke – Preisträger 2018: Dr.-Ing. Grzegorz Śliwiński und Dipl.-Ing. (FH) Michael Werner (Quelle: AiF)

Für die Entwicklung eines kindgerechten Therapiegeräts und einer Simulationsplattform für die Skoliosebehandlung haben Dr.-Ing. Grzegorz Śliwiński von der Technischen Universität (TU) Dresden und Dipl.-Ing. (FH) Michael Werner vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umform­technik (IWU) in Chemnitz den Otto von Guericke-Preis der AiF erhalten. Der Preis wird einmal im Jahr für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der IGF vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Koordiniert wurde das Projekt vom AiF-Mitglied DECHEMA; dort ist die Medizintechnik eines von sieben Fokusthemen. Wir sprachen mit dem Geschäftsführer der DECHEMA, Prof. D. Kurt Wagemann.

Welche Rolle spielt Medizintechnik in der DECHEMA?

Wagemann: Auf den ersten Blick verwundert es vielleicht, dass wir als Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie Medizintechnik als ein Fokusthema benannt haben. Es gibt aber viele thematische Schnittmengen und Synergien – drei Beispiele sollen dies veranschaulichen: Zellkulturtechniken aus der Biotechnologie können Gewebeersatz produzieren, aber ebenso auch für die Pharmaentwicklung eingesetzt werden – übrigens war dies das Thema des gleichfalls von uns nominierten Otto von Guericke-Preisträgers 2013, Tobias May! Zweites Beispiel: Werkstoffe für Implantate – stellen Sie sich vor, man würde sich mit deren Korrosionsverhalten nicht befassen. In der Sensorik basieren viele Anwendungen auf dem gleichen Messprinzip – mit einem Gassensor lassen sich Fermentationsgase ebenso wie Atemgas analysieren. Biotechnologie, Prozesstechnik und Medizintechnik können stark voneinander profitieren, das ist meine feste Überzeugung.

Planen Sie weitere Aktivitäten in diesem Bereich?

Wir haben durch die Fusion mit der Gesellschaft fms im letzten Jahr unsere Kompetenzen erweitert – wobei ich dazu sagen möchte, dass die Medizintechnik schon lange an verschiedenen Stellen der DECHEMA ihren Platz hatte, sei es in der Sensorik, verschiedenen Anknüpfungspunkten zur Zellkulturtechnik oder in der Werkstoff-Forschung des DECHEMA-Forschungsinstituts. Zukünftig möchten wir uns auf diesem Gebiet weiter verstärken. Dabei können wir die besonderen Stärken der DECHEMA ausspielen: Anwendungsorientierung, Interdisziplinarität und das Bestreben, mit Technologie das Leben der Menschen zu verbessern.

Mehr zur Medizintechnik in der DECHEMA

Weitere Informationen zum Otto von Guericke-Preis 2018

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ATMP 2015 – Issues and Challenges from Bench to Bedsite

Ulf Bethke und Iris Bürger, Miltenyi Biotec

Zellen als Arzneimittel besitzen ein sehr großes therapeutisches Potential, das bis heute nur zum Teil erkannt und ausgeschöpft wird.

white-blood-cell-543471_1280.jpgIn der Regenerativen Medizin werden Zellen im Rahmen von Stammzelltransplantationen seit mehr als vierzig Jahren erfolgreich zur individualisierten Behandlung von Leukämien und Lymphomen eingesetzt. Doch derzeit steigt der Erkenntnisgewinn rasant an; das erweitert das Potential von zellbasierten Arzneimitteln in der Medizin deutlich. Schlagzeilen über genetisch veränderte autologe T-Zellen zur Tumortherapie, sog. „CAR-T-Zellen“, oder die jüngst von japanischen Wissenschaftlern im Fachblatt „Nature“ publizierte Erzeugung von „Miniorganen“ in der Petrischale zeigen die Dynamik des Sektors, auch wenn es von diesen vielversprechenden Ansätzen bis zu etablierten Produkten und Verfahren noch einiger Forschung und Zeit bedarf.

Damit zelluläre Arzneimittel am Menschen angewendet werden können, haben Gesundheitsbehörden Regularien erlassen, die die Herstellung, Qualitätskontrolle, klinische Erprobung und Zulassung definieren, um so die Entwicklung und Vermarktung dieser neuartigen anspruchsvollen Therapeutika zu ermöglichen. Die Europäische Union hat diese in Form der Verordnung (EG) Nr. 1394/2007 über Arzneimittel für neuartige Therapien (ATMP) im Jahr 2007 implementiert. Sie regelt die Einführung einer verpflichtenden zentralen europäischen Zulassung für Arzneimittel neuartiger Therapien, die Einrichtung eines Ausschusses für neuartige Therapien (EMA/CAT) bei der Europäischen Arzneimittelagentur und spezielle Bestimmungen zur Herstellung, Pharmakovigilanz und der Rückverfolgung.

Die DECHEMA-Fachgruppen Zellkulturtechnik und Medizinische Biotechnologie befassen sich unter anderem mit der biotechnologischen Entwicklung therapeutischer und medizinischer Verfahren und dem Einsatz von Zellen zur Produktion von Proteinen – Grund genug, zu einem Symposium einzuladen, um die aktuelle Situation zellbasierter Arzneimittel in der EU zu beleuchten und Chancen und Hindernisse zu diskutieren. Dazu trafen sich vom 4. bis 6. November 2015 ca. 70 Experten aus der Pharma- und Biotech-Industrie sowie der Wissenschaft zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

ATMP steht für „Advanced Therapy Medicinal Products“ und umfasst die drei Kategorien Gentherapie, Somatische Zelltherapie sowie biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte („Tissue-Engineering“). Die verschiedenen Aspekte innovativer therapeutischer Zellen sind dabei aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten: Herstellung, Qualitätskontrolle, Klinik und Zulassung. (mehr …)

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NWCD STD global Good VersionTrotz verbesserter Therapiemethoden bleibt Krebs eine der häufigsten Todesursachen. Kann die Nanomedizin das grundlegend ändern? Klar ist, dass sie neue Wege für die Diagnose und die Behandlung von Krebserkrankungen eröffnet. Bei einer Pressekonferenz anlässlich des weltweiten Nano World Cancer Day 2016 stellen Mediziner und Unternehmen im DECHEMA-Haus in Frankfurt die neuesten Fortschritte vor.

2012 sind 8 Millionen Menschen an Krebs gestorben und es wird erwartet, dass sich diese Zahl in den nächsten 20 Jahren um 70 % erhöht. Trotz verbesserter Diagnostik und Therapiemethoden sterben aber immer noch 50 % der Patienten. Der NanoWorld Cancer Day soll verdeutlichen, welche erfolgversprechenden Ansatzpunkte die Nanomedizin bietet, diese Zahlen zu reduzieren.

Unter Nanomedizin versteht man den Einsatz von Nanotechnologien in der Diagnose und Behandlung von Krankheiten. Erste erfolgreiche Ansätze basieren darauf, dass Nanomaterialien die aktiven Wirkstoffe im Körper direkt zum Behandlungsort transportieren. So wirken die Medikamente gezielt auf Tumorzellen, Nebenwirkungen lassen sich verringern. Auch bei Strahlenbehandlungen können Nanomarker dafür sorgen, dass die Wirkung sich auf die Krebszellen konzentriert und das gesunde Gewebe weniger belastet wird. (mehr …)

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