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Posts Tagged ‘Summer School’

 Vom 28. – 30. August trafen sich auf Einladung des kooperativen Promotionskollegs „Bioressourcen und Biotechnologie“ der THM und der JLU sowie der DECHEMA-Fachgruppe „Lebensmittelbiotechnologie“ 32 Doktorandinnen und Doktoranden, Postdoktoranden und Professoren auf Schloss Rauischholzhausen, um sich fortzubilden und über die aktuellen Entwicklungen in ihren Forschungsbereichen zu diskutieren. Die Teilnehmer/innen kamen aus verschiedenen europäischen Ländern, Asien und Südamerika.

Gruppenfoto Summer School LBT 2017

Foto: Bernd Hitzmann

Ein besonderer Schwerpunkt der Summer School waren „Enzyme“, die unsere Lebensmittel schmackhafter und vor allem noch sicherer machen können. Dabei ging es um neuentdeckte Enzyme von Insekten, Bakterien und Pilzen mit teilweise faszinierenden katalytischen Eigenschaften, die in der Lebensmittelherstellung wertvolle Dienste verrichten könnten. Da die Enzyme allgemein zu den Proteinen gehören, sind sie, nach obligatorischer Überprüfung der Unbedenklichkeit von neuen Enzymen, gleichzeitig ein natürlicher Nahrungsbestandteil und vollkommen verdaubar. Weitere wichtige Themen waren die Produktion von Enzymen, gesundheitsfördernden Zuckern (Fructo- und Galactooligosacchariden) sowie Vitaminen und Aromastoffen durch Fermentationsprozesse, die mit Hilfe mathematischer Modellierung der Bedingungen ökonomisch optimiert werden können. Ebenso wären biotechnologische Verbesserungen beispielsweise bei der Kombucha- und Bierherstellung machbar.

Intensiv diskutiert wurden auch die Chancen und Risiken neuer gentechnischer Methoden wie „CRISPR/Cas“ (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats). Diese neue Methode, abgeschaut vom Immunsystem der Bakterien, ermöglicht es, die Genome von Produktionsorganismen noch gezielter zu verändern und damit im Sinne der Lebensmittelqualität zu verbessern. Eine anschließende Beurteilung, ob der modifizierte Organismus durch menschlichen Eingriff oder eine natürliche Mutation verändert wurde, ist kaum möglich. Die Lebensmittelsicherheit ist dadurch jedoch nicht gefährdet. Die sehr komplexen lebensmittelrechtlichen Rahmenbedingungen in Europa wurden von einem Experten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) dargestellt. Hier erscheinen manche Entscheidungen aus Brüssel nicht ausschließlich wissensgesteuert, sondern bedauerlicherweise politisch motiviert.

Wertvolle Diskussionen und neue Erkenntnisse ergaben sich insbesondere durch die interdisziplinäre Zusammensetzung der Gruppe. Neben Lebensmittelchemikern trugen auch Ingenieure, Biotechnologen, Biologen, Physiker und Mathematiker zum Gelingen der dreitägigen Veranstaltung bei. Zahlreiche neue Kontakte konnten geknüpft und neue gemeinsame Projektideen entwickelt werden. Eine Fortsetzung der Summer School im Jahr 2019, dann an der Universität Hohenheim, wurde bereits beschlossen.

 

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Summer School: Quantitative Biology: Current concepts and tools for strain development. Straubing, 18.-22.07.2016

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Im Sommer statt ins Freibad in den Seminarraum? Für die Teilnehmer der Summer School Quantitative Biology hoffentlich keine schwere Entscheidung. Bereits zum 8. Mal haben junge Wissenschaftler aus verschiedenen Institutionen ein Programm zusammengestellt, das jungen Ingenieuren, Biologen und Biotechnologen eine einmalige Chance zum fachübergreifenden und praxisnahen Lernen bieten soll. „Wer in der Biotechnologie unterwegs ist, muss interdisziplinär arbeiten – das erfährt man bei der Summer School unmittelbar“, sagt Dr. Jochen Schmid von der TU München, der die Summer School in diesem Jahr leitet. Während der Summer School lernen die Teilnehmer neben den theoretischen Grundlagen der quantitativen Biologie den praktischen Umgang mit unterschiedlichen Anwendungsprogrammen. Um Versuchsergebnisse und große Datenmengen auszuwerten oder biologische Systeme zu modellieren, brauchen Biotechnologen statistisches Grundwissen. Umgekehrt kann ein Ingenieur einen industriellen Prozess nur dann optimieren, wenn er ein Grundverständnis für biologische Prozesse mitbringt. Dabei geht es nicht um graue Theorie: Das amerikanische Unternehmen Amyris zum Beispiel entwirft neue Stämme und Stoffwechselwege am Computer und stellt sie dann automatisiert her.

Und nach der Summer School? „Das, was man hier lernt, kann man immer wieder einsetzen und in die eigene Arbeit einfließen lassen“, sagt Jochen Schmid. „Die Teilnehmer können sogar ihre eigenen Daten mitbringen und im Rahmen der Summer School bearbeiten.“

Wie nachhaltig die Summer School wirkt, das zeigt sich auch daran, dass viele Referenten nach wie vor aus den Reihen des Zukunftsforums der DECHEMA-Fachgemeinschaft Biotechnologie stammen oder zumindest ehemalige Mitglieder sind. Dieser Kreis von Nachwuchswissenschaftlern arbeitet regelmäßig fachübergreifend zusammen und hat die Summer School 2008 ins Leben gerufen. „Wir haben selbst erlebt, wie wichtig es ist, die verschiedenen Disziplinen zu vernetzen. Das möchten wir jetzt weitergeben“, sagt Jochen Schmid.

Und das Freibad? Der Veranstaltungsort Straubing bietet genügend Natur im direkten Umfeld, um auch den Sommer ein wenig zu genießen. Gemeinsame Abende im Biergarten und ein Ausflug zur Thermo Fischer Geneart GmbH in Regensburg versprechen zudem Abwechslung. „Und die vermittelten Inhalte sollten in jedem Fall nachhaltiger sein als ein Sonnenbrand“, verspricht Jochen Schmid.

Kurzentschlossene können sich noch bis 20.06.2016 anmelden – bitte hier klicken: http://dechema-dfi.de/QBio.html. Die freien Restplätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.

 

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Nachwuchswissenschaftler veranstalten innovative Summerschool

Vom 27.-29. September veranstaltete der Nachwuchs der Processnet-Fachgruppe Chemische Reaktionstechnik (NaWuReT) in Aachen eine Fortbildung der besonderen Art. Auf der nach kürzester Zeit ausgebuchten NaWuReT Summerschool „Methoden der Reaktionstechnik/Unerwartete Anwendungsgebiete“ konnten die teilnehmenden Doktoranden der Fachrichtungen Chemieingenieurwesen, Verfahrenstechnik und Technische Chemie ihre Qualifikation im Bereich der reaktionstechnischen Methoden schärfen. Der Fokus wurde dabei bewusst nicht auf klassische Anwendungen in der chemischen Industrie gelegt, sondern darauf, den Nutzen der reaktionstechnischen Kompetenzen bzw. Methoden für fachfremde Anwendungen zu erkennen.

Das junge Organisationsteam entwickelte dafür ein Konzept, das Impulsvorträge aus Industrie und Wissenschaft zum Einsatz reaktionstechnischer Methoden in unkonventionellen Anwendungen mit intensiver Teamarbeit vereint. Hierdurch konnte illustriert werden, dass Reaktionstechnik sowie die eingesetzten Methoden nicht nur für interdisziplinäre Aufgabenstellungen in der chemischen Industrie relevant sind, sondern auch für Alltagssituationen und aktuellen gesellschaftspolitische Themen. Die Beispiele reichten vom Kaffeekochen über den Klimawandel bis hin zur Prozessoptimierung in der Elektrochemie.

Prof. T. Turek (Technische Universität Clausthal): Ein Erfolg der NaWuReT-Summerschool war die gute Balance zwischen aktiver Einbindung der Teilnehmer und externen Impulsvorträgen. Die Doktoranden haben in Teams Aspekte der Reaktionstechnik bei verschiedenen Beispielen aus dem Alltag herausgearbeitet und konnten bei ihren Ausarbeitungen durch Humor und große Motivation überzeugen. Dabei entstanden überaus kreative Präsentationen, die von E-Zigaretten bis hin zur Paarbildung in Diskotheken reichten. Aus meiner Sicht war die Summerschool besonders wegen dieser Blicke über den Tellerrand des Fachgebiets hinaus für alle Teilnehmer ein Gewinn.“

In fünf Teams stellten sich die 30 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz der Herausforderung, die Methoden und den Wert der Reaktionstechnik anhand eines Beispiels aus dem Alltag anschaulich zu erklären. Diese Aufgabe wurde mit enormem kreativen Potential und Engagement gemeistert. Das beste Team gewann die Teilnahme am European Symposium on Chemical Reaction Engineering 2015 (ESCRE 2015) in Fürstenfeldbruck. Wer Interesse hat, inwieweit ein Discobesuch und die Pärchenbildung für Reaktionstechnik stehen, der kann das Gewinnerteam und ihr Poster zu ihrem Alltagsbeispiel auf der ESCRE 2015 besuchen.

 Dr. M. Nilles (BASF SE):“Der Weg zu einer nachhaltigen Chemie wird geprägt einerseits durch die Optimierung  chemischer Verfahren hinsichtlich ihrer Ressourcen- und Energieeffizienz und anderseits durch die interdisziplinäre Entwicklung von anspruchsvollen Materialien und Systemen, die z.B. die Nutzung von regenerierbaren Energieformen überhaupt erst ermöglicht. In diesem Zusammenspiel von Kompetenzen kommt der Reaktionstechnik eine besondere Bedeutung zu, da ihr Methodenarsenal alle diese Entwicklungen unterstützt und z.B. bei komplexen Systemen wie bei Batterien dem Materialentwickler hilfreiche Einblicke verschafft. Die Summerschool hat den Sprachschatz der Teilnehmer weiterentwickelt und damit einen wertvollen Beitrag geleistet dass die Reaktionstechnik in interdisziplinären Entwicklungsteams z.B. in Bereichen der  Feststoffphysik , Elektrochemie  oder Biologie ausreichend verstanden wird.

Die Umsetzung dieses neuen Summerschool-Konzeptes wurde durch die organisatorische Unterstützung von ProcessNet und die finanzielle Unterstützung des Center for Molecular Transformations der RWTH Aachen ermöglicht.

 

Vorträge

  • D. Hoormann (ThyssenKrupp Electrolysis GmbH)
  • M. Nilles( BASF SE)
  • A. Jess (Universität Bayreuth)
  • S. Palkovitz (RWTH Aachen)
  • T. Turek (Technische Universität Clausthal)

Organisationsteam:

  • B.J.M. Etzold (Friedrich-Alexander Universität Erlangen Nürnberg)
  • R. Güttel (Technische Universität Clausthal)
  • D. Ziegenbalg (Universität Stuttgart)

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