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Posts Tagged ‘Klebstoff’

Vision: Das Light Car-Konzept der Firma EDAG (Foto: EDAG Group)

Multi-Material-Design ist nach Ansicht von Experten ein internationaler Megatrend. Dabei wird für jedes einzelne Bauteil das am besten geeignete Material verwendet; Faktoren sind unter anderem das Gewicht, die Funktion, die Herstellbarkeit und die Kosten. Was einfach klingt, zieht neue Fragestellungen nach sich: Wie können die Einzelteile aus unterschiedlichsten Materialien kostengünstig und haltbar zusammengefügt werden? Moderne Klebstoffe sorgen nicht nur für guten Zusammenhalt; sie verhindern durch die Isolierung zwischen verschiedenen Metallen Korrosionsschäden und können außerdem mit Zusatzfunktionen ausgestattet werden. Für Kühlvorrichtungen sind zum Beispiel Klebstoffe im Einsatz, die wärmeleitend sind, in der Elektronikindustrie kommen elektrisch leitende Klebstoffe zum Zuge.

Beide Eigenschaften werden vor allem durch Additive beeinflusst, in dem zum Beispiel leitende Metalle zugesetzt werden. Durch die Auswahl des richtigen Zusatzes lassen sich auch Klebstoffe entwickeln, die Wärme leiten, aber keinen Strom. Die Herstellung von Klebstoffen mit genau definierten Eigenschaften ist das Ziel eines Projekts der Industriellen Gemeinschaftsforschung, das derzeit am Fraunhofer IFAM läuft. Dabei wird die Wirkung von Kohlenstoff-Nanoröhren als Klebstoff-Additiv untersucht. Die sogenannten Carbon Nanotubes mit Durchmessern im Nanometerbereich und Längen von ca. 2 bis 50 Mikrometern sind deshalb so interessant, weil sie Wärme und elektrischen Strom außerordentlich gut leiten und gleichzeitig die Festigkeit des Klebstoffs deutlich erhöhen können. Die Einbindung der Carbon-Nanotubes in die Klebstoff-Polymermatrix wirft jedoch bisher wegen der unreaktiven Oberfläche der Carbon Nanotubes und Ihrer Bündelung noch Probleme auf. Deshalb werden im Rahmen des Projektes Kohlenstoff-Nanoröhren gezielt chemisch verändert. Durch diese Funktionalisierung sollen die Oberflächeneigenschaften so angepasst werden, dass sich die Röhrchen gut in den Klebstoff einmischen lassen und sich mit diesem verbinden. Für die Funktionalisierung wird ein

Atmosphären-Druck-Plasma verwendet, also ein Verfahren, dass sich später auch im technischen Maßstab in der Produktion einsetzen lässt. Die Ergebnisse des Projekts sind für alle Anwender von Klebtechnik von Bedeutung, vom Autobauer bis zum Elektronikhersteller.

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