Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘erneuerbare’

von Prof. Dr. Kurt Wagemann, Geschäftsführer der DECHEMA e.V.

Für Überschussstrom, insbesondere wenn der Wind kräftig bläst, gibt es verschiedene Nutzungsmöglichkeiten: Pumpspeicherwerke pumpen Wasser in die Reservoire, Großverbraucher (z.B. Elektrolyse-Prozesse) fahren die Produktion hoch, und in der Zukunft könnten große Batterieanlagen (z.B. Redox-Flow-Batterien) aufgeladen werden.

Viel diskutiert wird momentan eine andere Alternative, an der auch intensiv gearbeitet wird. Dabei wird Windstrom eingesetzt, um durch Elektrolyse Wasserstoff zu erzeugen. Dieser kann dann direkt oder nach der Umsetzung mit CO2 zu Methan in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden – die Kapazitäten dafür sind vorhanden. Die direkte Wasserstoffeinspeisung hätte den Vorteil geringerer Verluste entlang der Kette Windstrom – Energiespeicherung – Rückverstromung. Derzeit erlauben die Regularien 5 % Anteil Wasserstoff in Erdgas. 10 % erscheinen realistisch, und technisch wäre das problemlos machbar.

Inzwischen tauchen aber doch unerwartete Bedenken auf – ja, es wird sogar von einer Absenkung auf maximal 2 % gesprochen. Wieso?

Vor allem zwei Gründe werden angeführt: In den großen Porenspeichern könnten Mikroorganismen den Wasserstoff „fressen“, dadurch wachsen und die Poren verstopfen. Außerdem besteht das Risiko, dass in Hochdruckabschnitten des Netzes der verwendete Stahl durch den Wasserstoff versprödet.

Deshalb diskutiert man nun eher die Umwandlung von Wasserstoff zu Methan. Die Alternative wäre ein separates Wasserstoff-Leitungsnetz. Doch das wirft viele neue Fragen auf: Wer träte als Investor auf, und wie hoch wäre dafür die Akzeptanz?

Mehr zum Thema beim 4. Energiekolloquium der Chemiegesellschaften DBG, DECHEMA, DGMK, GDCh, VCI, VDI-GVC

Read Full Post »

Die Diskussion um die Energiewende ist in diesen Tagen neu entbrannt. Besonders die chemische Industrie befindet sich dabei in einer ambivalenten Rolle: Einerseits ist sie eine energieintensive Branche, die in besonderem Maße auf eine zuverlässige und störungsfreie Versorgung angewiesen ist, andererseits könnte sie als Zulieferer und Lösungsanbieter für Solarindustrie, Windkraft und Speichertechnologie auch profitieren. Die Energiewende und ihre Auswirkungen stehen deshalb auch im Mittelpunkt der Eröffnungssitzung der ACHEMA 2012.

EU-Kommissar Günther Oettinger setzt mit seiner Eröffnungsrede „Wirtschaft, Währung, Energie – Europas Herausforderungen“ den Rahmen. Michael Opoczynski, ZDF, leitet die anschließende Diskussion zur Frage „Die Energiewende und die chemische Industrie – Chance oder Bedrohung?“ mit

  • Dr. Tony van Osselaer, Mitglied des Vorstands der Bayer MaterialScience AG, Leverkusen
  • Dr. Rudolf Staudigl, Vorsitzender des Vorstands der Wacker Chemie AG, München
  • Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, CEO der RWE Innogy GmbH, Essen
  • Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie

Bereits im Vorfeld interessiert uns Ihre Meinung: Welche Aspekte der Energiewende sind für die chemische Industrie möglicherweise vorteilhaft? Kann sie eine neue Rolle übernehmen, in dem sie über Ab- und Zuschaltungen energieintensiver Prozesse einen Beitrag zur Regelung der Netze leistet? Verliert der Standort Deutschland an Konkurrenzfähigkeit, oder liefert die Energiewende einen Innovationsschub, der den Technologievorsprung von morgen sicherstellt?

Stellen Sie vorab Ihre Fragen und geben Sie Ihre Kommentare ab im DECHEMA-Blog auf https://dechema.wordpress.com oder auf Google+. Wir werden die Rückmeldungen auswerten und an das Podium weitergeben.

Wir freuen uns auf rege Beteiligung!

Read Full Post »