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Archive for the ‘Bioökonomie/ Biotechnologie’ Category

Mitte Januar haben Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek die neue Nationale Bioökonomiestrategie vorgestellt. Der gemeinsame Auftritt sollte ein Zeichen setzen: Laut Pressemitteilung bündelt die Bundesregierung ihre bisherigen Aktivitäten zur Bioökonomie mit der neuen Strategie.

DECHEMA/Valentin

Implizit heißt das: Auch, wenn BMEL und BMBF federführend sein werden, sollen die übrigen Ministerien wie das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesumweltministerium nach Möglichkeit mit eingebunden werden.

Was auf der Webseite und im Video recht plakativ mit Algen und Bambusfahrrad illustriert wird, liest sich in der 48seitigen Kabinettsversion deutlich differenzierter. Dezidiert wird darauf hingewiesen, dass Bioökonomie nicht nur den Ersatz fossiler durch nachwachsende Rohstoffe bedeutet, sondern auch ganz neue Produkte und Verfahren zugänglich macht.

Wirtschaft und Nachhaltigkeit als Schlüsselbegriffe

Auffallend oft fallen die Begriffe „Wirtschaft“ und „Nachhaltigkeit“. Kernziel der Nationalen Bioökonomiestrategie sei eine „nachhaltige, kreislauforientierte und innovationsstarke Wirtschaft“. So reicht der Anspruch des neuen Papiers über eine reine Forschungsstrategie hinaus; neben Schwerpunkten für die Wissenschaft rückt auch die Umsetzung deutlich stärker in den Fokus. Sie soll in einem Dreiklang aus „Forschungsförderung“, „Rahmenbedingungen“ und „übergreifenden Instrumenten“ abgebildet werden.

Die Forschungsförderung konzentriert sich auf sechs Bausteine:

  • Biologisches Wissen als Schlüssel zur Bioökonomie
  • Konvergierende Technologien und disziplinübergreifende Zusammenarbeit
  • Grenzen und Potenziale
  • Transfer in die Anwendung
  • Bioökonomie und Gesellschaft
  • Globale Forschungskooperationen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit & ganzheitliche Prozessbetrachtung

DECHEMA/Valentin

Eine besondere Bedeutung kommt dabei in dem Papier dem Zusammenspiel verschiedener Wissenschaften zu – vom systemischen Ansatz bei der Entwicklung biologischen Wissens, der Biowissenschaften und konvergierende Bereiche zusammenführen soll, über die Verknüpfung des biologischen Wissens mit Nanotechnologie, Informationstechnologien, Kognitions-, Material- und Ingenieurwissenschaften bis hin zur Schlüsselfunktion der Digitalisierung. Erst durch letztere wird es möglich, das Wissen intelligent zu vernetzen und die Innovationskraft integrierter Systeme zu nutzen. Dieser umfassende Ansatz führt konsequenterweise dazu, dass biobasierte Prozesse ganzheitlich betrachtet werden sollen – vom Rohstoff bis zum Recycling.

Technologieoffenheit in der Forschung

Der neuen Strategie zufolge soll die Forschungsförderung in definierte modulare Bausteine gegliedert werden, die verschiedene Aspekte der Bioökonomie abdecken. Damit soll eine hohe Flexibilität gewährleistet werden, um aktuelle Entwicklungen aufzugreifen. Einige Stichworte, die in diesem Kontext besonders hervorgehoben werden, sind ein Ausbau der Systembiologie als Schlüssel zur Bioökonomie, der Einsatz neuartiger bioinformatischer Instrumente und die Entwicklung neuartiger Produktionsorganismen durch eine methoden- und technologieoffene Forschung, die in geschlossenen Systemen moderne molekularbiologische Ansätze einbezieht. Auch die Identifikation neuer Plattformorganismen steht explizit im Fokus.

Wirtschaftliche Verwertung als Ziel

DECHEMA/Valentin

Daneben findet sich unter dem strategischen Ziel „Deutschland zum führenden Innovationsstandort der Bioökonomie ausbauen“ eine ganze Reihe an möglichen Aktivitäten zum Technologietransfer, von der beschleunigten Markteinführung biobasierter Produkte bis zur Förderung von Modellregionen. Schlüssel dafür ist die Vernetzung verschiedener Akteure und die Schaffung neuer Schnittstellen. Auch die Rolle von Demonstrations- und Reallaboren wird gewürdigt und es wird angekündigt, dass Zugang zu Pilotanlagen geschaffen werden soll, um Innovationen zu testen. 

Gesellschaft teilhaben lassen

Einen wesentlichen Punkt bilden die Einbindung der Gesellschaft und der Dialog. Das passt zu dem erklärten Ziel der Forschungsministerin, die Wissenschaftskommunikation zu stärken und zu einem festen Bestandteil jeder Projektförderung zu machen. Dabei gehe es nicht um noch mehr Hochglanzbroschüren, sondern um Teilhabe, erläuterte sie bei der Eröffnung des Wissenschaftsjahrs Bioökonomie. Ob diese Teilhabe in jedem grundlagenorientierten Forschungsprojekt wirklich umsetzbar ist und ob die aktiven Forscher das auch leisten können, mag fraglich sein. Für die Akzeptanz und letztlich den Erfolg der Bioökonomie-Strategie im Sinne ihrer Umsetzung ist es sicher unabdingbar, zu erklären, was man vorhat, warum das sinnvoll erscheint und welche Konsequenzen sich ergeben können.

Zur Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit Informationen zur Bioökonomiestrategie und der Kabinettsversion zum Download

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Die Diskussion zur Digitalisierung in der chemischen Industrie schwankt zwischen Enthusiasmus und Ängsten – Zeit, die Diskussion anhand konkreter Beschreibungen zu führen. Das wollen wir in den nächsten Monaten in einer losen Serie tun.

Über die Veränderung der Arbeitswelt durch Digitalisierung und von neuen Geschäftsmodellen wird viel gesprochen. Deutlich wird dies durch allgegenwärtige Begriffe wie Künstliche Intelligenz, Blockchain, Big Data, 5G, Internet of Things und – als Zusammenfassung aller Aspekte im industriellen Umfeld – die Industrie 4.0. Auch Ängste sind mit diesem Trend verbunden. Wird Digitalisierung viele Berufe – vielleicht sogar den eigenen – überflüssig machen? Haben wir die Anlagen denn überhaupt noch unter Kontrolle, wenn sie nur noch von Algorithmen gesteuert werden?

Auf der anderen Seite gibt es aber auch die Enthusiasten, die durch die Digitalisierung die Lösung oder zumindest Unterstützung zur Lösung nahezu aller Herausforderungen sehen. Ein Grund für die großen Unterschiede in diesen Positionen ist eine Diskussion, die zumeist auf einem sehr hohen Abstraktionslevel geführt wird: Es werden Technologien allgemein betrachtet und ungefähre Anwendungsfälle beschrieben, ohne jedoch auf die konkrete Umsetzung in einem Bereich einzugehen.

Es ist an der Zeit, konkreter zu werden

Dies ist in Zukunftsdiskussionen durchaus zulässig und eine Vision kann man nicht entwerfen, wenn man sich in Details verliert. Manchmal ist es aber gerade bei Zukunftsfeldern an der Zeit, die Abstraktion zu reduzieren und bei der Beschreibung etwas konkreter zu werden. Durch diese konkreten Betrachtungen werden auch Chancen und Einschränkungen in spezifischen Einsatzfeldern deutlich. Zudem können die nötigen Schritte zur Umsetzung aufgezeigt werden.

In den nächsten Monaten werden wir hier Themen der Digitalisierung in der Prozessindustrie Betrachten. Zum Einstieg gibt es ein Ergebnispapier aus dem Workshop Digitalisierung elektrochemischer Prozesse, der dieses Jahr im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme InnoEMat durchgeführt wurde. Mitte Dezember organisierte Covestro die Chemalytix-Konferenz zu Data Science und Chemie – wir werden berichten. Ein Whitepaper zur Sensorik für die Digitalisierung chemischer Produktionsanlagen aus einem Workshop, der dieses Jahr bei der DECHEMA stattgefunden hat, wird in Kürze veröffentlich – auch dazu bald mehr an dieser Stelle.

Stichwort „Blockchain“

Außerdem schauen wir im kommenden Jahr auch auf eine konkrete digitale Technologie, mit einem Überblick über Blockchain, in dem wir darauf eingehen, was Blockchain überhaupt ist und welche Chancen und Einschränkungen diese Technik beim Einsatz in der Prozessindustrie hat. Auch das Thema Künstliche Intelligenz in der chemischen Industrie werden wir beleuchten. Mit dem Projekt KEEN startet im April ein BMWi gefördertes großes Verbundvorhaben zu diesem Thema.

Vielfältige Aktivitäten gibt es bereits im Bereich der Modularen Produktion, wobei die Modularisierung neben der Hardwareebene auch in der Automatisierungstechnik und Prozesssteuerung umgesetzt werden muss. Die Modularisierung wird ein Fokusthema auf der ACHEMA 2021 sein und daher auch hier einen besonderen Fokus erhalten.

Sensorik als Grundlage für Digitalisierung sind

Jede Intelligenz, ob klassisch oder künstlich, benötigt Sinnesorgane, um die nötigen Informationen für Entscheidungen zu erhalten. Daher ist Sensorik und Messtechnik ein zentrales Element der Digitalisierung das uns über das bereits erwähnte Whitepaper hinaus beschäftigen wird. Der Arbeitskreis Prozessanalytik hat beim Herbstkolloquium gerade 15 Jahre Trialog zwischen Anwendern, Herstellern und Akademia gefeiert und im Mai findet die europäische Konferenz für Prozessanalyse und –steuerung EuroPACT in Kopenhagen statt. Auch die Prozessanalytik wird ein Kongressthema auf der ACHEMA 2021 sein und entsprechend Platz in unserem Blog finden.

Neben der Digitalisierung in Produktionsprozessen spielt auch die Digitalisierung der Forschung und Entwicklung eine immer größere Rolle und natürlich werden wir auch hierzu berichten. Zum Labor im Zeitalter der Digitalisierung findet im März das PRAXISforum Lab of the Future statt. Ebenfalls im nächsten Jahr starten die Initiativen zur nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) in denen Datenmodelle und Infrastruktur zur Dokumentation und Bereitstellung von Forschungsdaten entwickelt werden.

Und was meinen Sie?

Es gibt also viel zu berichten. Wir werden versuchen, einen möglichst umfassenden Überblick in kurzen und fokussierten Beiträgen zu liefern. Mit Sicherheit ist die Aufzählung aber nicht vollständig und es gibt noch eine Vielzahl weiterer Themen und Veranstaltungen zur Digitalisierung in der chemischen Industrie.

Wenn Sie finden, eine wichtige Veranstaltung wurde hier vergessen und sollte Erwähnung finden, teilen Sie uns dies gerne in den Kommentaren mit.

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Welche Erwartungen haben Startups an das Forum Startup Chemie? Und wie lassen sich Doppelaktivitäten vermeiden? Das waren nur zwei der Fragen, die beim 3. Stakeholdertreffen des Forums Startup Chemie am 18. November zur Sprache kamen. Die Arbeitskreise sowie Startups und Vertreter der Industrie, der Wissenschaft und des Kapitalmarkts kamen ins DECHEMA-Haus und diskutierten neue Ergebnisse, bauten ihre Netzwerke aus und stießen neue Aktivitäten an, um die Startup-Szene weiter voranzutreiben.

Was erwarten Startups vom Forum? Darum ging es gleich zu Beginn – und die Antwort war eindeutig: Gründerinnen und Gründer benötigen vor allem Netzwerke und Kontakte zu Experten. Das Forum Startup Chemie wird daher zukünftig noch intensiver Startups mit Vertretern aus Industrie, Wissenschaft, Kapital und Politik vernetzen – durch Veranstaltungen, über seine Datenbanken und seine Netzwerke. Gleich an zweiter Position: Das Einbinden der Startups in F&E-Projekte. Auch hier wird das Forum seine Aktivitäten weiter ausbauen und in enger Zusammenarbeit mit der DECHEMA sowie den bestehenden Netzwerken Startups in nationale und internationale Projekte einbeziehen.

Lücken schließen statt Doppelarbeit

Eines der wichtigsten Ziele des Forums: Keine Konkurrenz zu bereits bestehenden Startup-Unterstützungsaktivitäten aufbauen, sondern dort, wo „Lücken“ existieren, entsprechende Aktivitäten initiieren. Dafür ist   – neben der oben genannten „Bedürfnisanalyse“ – eine Übersicht über bereits bestehende Angebote unbedingt notwendig, um ein Bild der Startup-Landschaft im Bereich Chemie und angerenzenden Bereichen zu erhalten. Zu diesem Zweck wurde eine Sammlung Chemie-relevanter Gründerzentren, Technologieparks, Inkubatoren & Akzeleratoren sowie Netzwerke & Cluster aufgebaut und im Rahmen des 3. Stakeholdertreffen vorgestellt. Diese ist auch auf der Homepage des Forums veröffentlicht .

Der Arbeitskreis „Wachstum“ hat außerdem eine Datenbank mit etwa 280 Chemie-relevanten Startups erstellt. Sie gibt Vertretern aus Industrie und Kapital einen Überblick über die Startup-Landschaft und ermöglicht den Startups, ihreDienstleistungen oder Produkte zu präsenteiren. Der Arbeitskreis „Chancenfeld Digitalisierung“ organisiert Veranstaltungen und Webinare, bei denen sich „digitale“ Startups direkt potentiellen Kunden aus Industrie und Mittelstand vorstellen. Damit auch in Zukunft vermehrt Startups entstehen, will der Arbeitskreis „Gründung“ die Gründungskultur an den Hochschulen unterstützen ; er stellte entsprechende Aktivitäten vor. Auch der Arbeitskreis „Wachstum“ identifizierte Möglichkeiten , dieahmenbedingungen für Gründer und Startups zu verbessern, und erarbeitete hierzu Positionspapiere („Staatliche Förderprogramme“ und „Kritische Punkte bei Verträgen “).

Impulse für Startups und Unterstützer

Höhepunkte waren die Vorträge der eingeladenen Redner: Prof. Dr. Stephan Haubold (Hochschule Fresenius) machte  in seinem Vortrag auf aktuelle wie zukünftige Herausforderungen in der Chemie-Industrie sowie die Bedeutung von Startups für die Überwindung dieser Herausforderungen aufmerksam. Dr. Antonie Steenwinkel (Angel Engine) stellte ein Deutsch-Niederländisches Projekt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie vor. Dr. Michael Brandkamp (High-Tech Gründerfonds) berichtete über den aktuellen Stand zum European Circular Bioeconomy Fund (ECBF), einem Fond zur Überbrückung derzeitiger Finanzierungslücken in der europäischen Bioökonomie. Nils Decker (International Sustainable Chemistry Collaborative Centre; ISC3) stellte den Global Start-up Service im Innovation Hub des ISC3 und seine Unterstützungsaktivitäten für Startups vor.

Nächster Termin: 27. April 2020

Auch im Rahmen des 4. Stakeholdertreffen am 27. April 2020 werden wieder aktuelle Ergebnisse vorgestellt und neue Aktivitäten angestoßen. Wenn auch Sie  als Stakeholder im Forum Startup Chemie mitwirken wollen oder Fragen zur Unterstützung durch das Forum haben, wenden Sie sich an Dr. Sebastian Hiessl (info@forum-startup-chemie.de) oder registrieren Sie sich als Stakeholder unter: https://forum-startup-chemie.de/registrierung.html.

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Was wird die Prozesstechnik morgen beschäftigen? Wohin entwickelt sich die Biotechnologie? Und wer muss mit wem zusammenarbeiten, um diese Fragestellungen aktiv anzugehen?

Mehr als 50 Experten diskutierten beim Strategieworkshop über Zukunftsthemen

Neue Themen zu entdecken und aktiv mitzugestalten, gehört zu den wichtigsten Aufgaben der DECHEMA. Viele Ideen entstehen aus den Gremien heraus. Aber es liegt in der Natur der DECHEMA und von ProcessNet, dass die ganz wesentlichen Herausforderungen nicht eine Fachgruppe oder ein Ausschuss alleine bearbeiten kann. Von der Energiewende über die Nutzung nachwachsender Rohstoffe bis zum Umgang mit den neuen Datenströmen in der Prozessindustrie – fachübergreifende Zusammenarbeit ist mehr denn je gefragt.

„Verantwortung Zukunft“

Der gemeinsame Strategieworkshop von DECHEMA-Fachgemeinschaft Biotechnologie und ProcessNet Mitte Oktober in Wiesloch hatte genau das zum Ziel: Es ging darum, die Fragestellungen von morgen zu identifizieren und zu bearbeiten. Rund 50 Expertinnen und Experten, die die unterschiedlichsten Fachrichtungen innerhalb der Community repräsentieren, trafen sich unter dem Motto „Verantwortung Zukunft“.

Die Aufgabenstellung: Die unübersehbar großen Themen Digitalisierung, Biologisierung und Circular Economy sollten greifbar gemacht und strukturiert werden. Als viertes Thema kristallisierte sich schon zu Beginn im neuen Veranstaltungsformat BarCamp die Kommunikation heraus: Technologischer Fortschritt ist ohne gesellschaftlichen Dialog nicht (mehr) möglich – aber wie kann dieser Dialog angestoßen und geführt werden?

Themen und Aufgaben definiert

Digitalisierung und neue Lebensmittel = „Kuh 2.0“?

Das Ergebnis: Nach zweieinhalb Tagen intensiver gemeinsamer Arbeit in World Cafés und Workshops liegen nun zu den drei Fachthemen umfangreiche Kataloge mit verschiedenen Arbeitsempfehlungen vor: Von der „Kuh 2.0“ als Stichwort für biosynthetische Lebensmittel über die Definition der Circular Economy bis zur Einordnung der vielfältigen Digitalisierungsthemen nach Entwicklungsgrad wurden Fragestellungen formuliert, die handhabbar sind. Namentlich benannte „Kümmerer“ sind dafür verantwortlich, diese Themen weiter zu verfolgen – sei es in Form eines spezifischen Workshops mit Experten, sei es in Form eines Diskussionspapiers oder als Ausgangspunkt für ein mögliches Projekt. Zur Kommunikation wurden sehr konkrete Handlungsaufträge entwickelt, die in der nächsten Zeit gemeinsam mit der Geschäftsstelle umgesetzt werden sollen. Anfang des Jahres werden die Ergebnisse in den Gremien von ProcessNet und DECHEMA-Fachgemeinschaft Biotechnologie vorgestellt und die Aktivitäten mit allen Beteiligten gestartet.

Dass ein so fruchtbarer Workshop überhaupt möglich war, ist zum Einen dem großen Engagement all derer zu danken, die als Ehrenamtliche zwei Tage ihrer Zeit geopfert und sich mit großem Einsatz beteiligt haben. Zum Anderen gilt der Dank aber auch all denen, die schon vorher über ihre Fachgruppen und Beiräte zur Themensammlung beigetragen haben.

An die Arbeit!

Das Ende des Strategieworkshops bildet damit den Anfang einer ganzen Palette thematischer Aktivitäten und das klare Bekenntnis von ProcessNet und DECHEMA-Fachgemeinschaft Biotechnologie: Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für die Zukunft.

DECHEMA-Mitglieder finden Anfang 2020 die Informationen zu den konkreten Aktivitäten im Mitgliederbereich der Webseite und können sich dann beteiligen – wir informieren Sie per Newsletter und DECHEMA aktuell.

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Die Milch macht’s – mit diesem Werbespruch sind Generationen von Kindern aufgewachsen, ebenso wie mit „dem Besten aus der Milch“. Bei den beworbenen Produkten durfte man allerdings gelegentlich leise zweifeln, was „das Beste aus der Milch“ sein sollte, handelte es sich doch in der Regel eindeutig um Süßigkeiten mit eher fraglichem ernährungsphysiologischem Wert.

Dabei enthält Milch eine ganze Menge ganz besonderer Inhaltsstoffe. So beschäftigen sich Forscher an der Universität Hohenheim mit funktionellen Peptiden, die aus Kasein-Vorstufen zugänglich sind und vielversprechende Eigenschaften mitbringen: Sie wirken blutdrucksenkend, immunmodulierend, oder sie steigern die Verfügbarkeit von Mineralien. Durch Verdauungsenzyme oder mikrobielle Fermentation lassen sie sich freisetzen; bis sie als wertvolle Zusatzstoffe für Lebensmittel zugänglich sind, ist es allerdings noch ein weiterer Weg, denn die Trennung von komplexen Proteingemischen ist alles andere als einfach.

Welche Ansätze die Wissenschaftler zur Fraktionierung von Peptiden verfolgen, stellt J. Hinrichs von der Uni Hohenheim beim Infotag „Neue techno- und biofunktionelle Eigenschaften in Lebensmitteln“ am 29. November 2019 in Frankfurt vor. K. Parschat von Jennewein Biotechnologie beschreibt in ihrem Vortrag die Rolle humaner Oligosaccharide. Mehr

Milch enthält aber nicht nur Proteine und Peptide, sondern auch Oligosaccharide. Diese sind arttypisch und äußerst vielfältig. In menschlicher Muttermilch sind mehr als 150 strukturell unterschiedliche humane Oligosaccharide (HMO) bekannt, die nach Laktose und Fett den drittgrößten Bestandteil von Muttermilch darstellen. Die Milch von Kühen, Schaften oder Ziegen weist 100-1000 mal geringere HMO-Konzentrationen auf – einer der Gründe, warum Stillen immer noch das Beste für Babies und „normale“ Kuhmilch für die ungeeignet ist. In der kindlichen Entwicklung tragen HMO zur Etablierung eines gesunden Darmmikrobioms bei und können das Risiko von bakteriellen und viralen Infektionskrankheiten mindern. Können Kinder nicht gestillt werden, fehlte ihnen dieser Faktor bisher, denn die Herstellung von komplexen Zuckern im industriellen Maßstab war bis vor kurzem nicht möglich. Doch seit kurzem stehen fermentative Verfahren zur Verfügung, mit denen zumindest einige HMO im Multitonnen-Maßstab hergestellt werden können. Erste klinische Studien weisen auf positive Effekte für die Säuglingsernährung hin (hier gibt’s mehr zum Thema).

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Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler, die eine akademische Laufbahn anstreben, können sich ab sofort wieder um den Hochschullehrer-Nachwuchspreis der DECHEMA für Biotechnologie bewerben.

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Der Hochschullehrer-Nachwuchspreis für Biotechnologie wird jährlich vergeben. Mit ihm werden junge Hochschullehrerinnen und –lehrer ausgezeichnet, die sich sowohl wissenschaftlich profilieren als auch in der Lage sind, ihr Fachwissen in hervorragender Weise an Studierende zu vermitteln.

Dazu halten die Kandidatinnen und Kandidaten, die auf Basis der Unterlagen für die zweite Runde ausgewählt wurden, auf der Frühjahrstagung der Biotechnologen am 3. März 2020 in Frankfurt einen 30minütigen Fachvortrag mit anschließender Diskussion. Im Vortrag soll es um eigene Forschungsarbeiten gehen, insbesondere die Einleitung soll aber für Zuhörer auf dem Niveau eines Bachelor-Studierenden verständlich sein. Die Entscheidung über die Vergabe des Preises fällt eine Jury aus Mitgliedern des Lenkungskreises der DECHEMA-Fachgemeinschaft Biotechnologie unter Einbeziehung des Publikums-Votings.

Einzureichen sind neben Lebenslauf und Publikationsliste eine einseitige Kurzfassung des geplanten Vortrags.

Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert und wird von der DECHEMA-Fachgemeinschaft Biotechnologie vergeben. Einreichungsschluss ist der 5. November 2019.

Die Ausschreibungsrichtlinien und das Einreichungsformular unter
https://dechema.de/Hochschullehrer_Nachwuchspreis_Biotechnologie

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Die Stimmung war hervorragend beim 12. Bundesalgenstammtisch im September 2019 in Kiel. Sicher trug auch der Tagungsort dazu bei. Denn die ca. 120 Teilnehmer konnten nicht nur aktuelle Forschungsergebnisse erfahren und intensiv diskutieren, sondern in und rund um Kiel Algenkultivierung und – nutzung live erleben. Kiel hat sich in den letzten Jahren zu einer Hochburg für die Algenbiotechnologie entwickelt, und auf den angebotenenen fünf Exkursionen zu Unternehmen und Instituten in der Region konnten sich die Gäste selbst ein Bild von Forschung und Anwendung entlang der Wertschöpfungskette machen.

Auch im Vortragsprogramm hatten die örtlichen Aktivitäten ihren Platz. Dazu kamen Vorstellungen der neuen „Innovationsräume Bioökonomie“, namentlich  BaMS und BioBall, in denen Mikroalgen eine Rolle spielen werden. Weitere Sessions befassten sich mit der Nährstoffversorgung von Algenkulturen, den Wechselwirkungen zwischen Alge und Reaktorsystem und der Frage, wie man marktfähige Produkte auf Basis von Algen entwickelt.

Zusätzlich zu den Präsentationen konnten sich die Teilnehmer in der Posterausstellung einen Überblick über den Stand der Wissenschaft verschaffen.

Das nächste Treffen der Algencommunity wird im Rahmen der 34. DECHEMA-Jahrestagung der Biotechnologen vom 21.-14. September 2020 in Aachen stattfinden. Der Call for Papers öffnet Ende Oktober 2019.

Im Frühjahr 2021 findet dann in Wien der erste DACH-Algen-Kongress statt, der das Jahrestreffen des österreichischen Netzwerkes Algen und den deutschen Bundesalgenstammtisch in einer gemeinsamen Veranstaltung des DACH-Netzwerkes Algen bündelt.

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