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Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler, die eine akademische Laufbahn anstreben, können sich ab sofort wieder um den Hochschullehrer-Nachwuchspreis der DECHEMA für Biotechnologie bewerben.

Photo by Christina Morillo on Pexels.com

Der Hochschullehrer-Nachwuchspreis für Biotechnologie wird jährlich vergeben. Mit ihm werden junge Hochschullehrerinnen und –lehrer ausgezeichnet, die sich sowohl wissenschaftlich profilieren als auch in der Lage sind, ihr Fachwissen in hervorragender Weise an Studierende zu vermitteln.

Dazu halten die Kandidatinnen und Kandidaten, die auf Basis der Unterlagen für die zweite Runde ausgewählt wurden, auf der Frühjahrstagung der Biotechnologen am 3. März 2020 in Frankfurt einen 30minütigen Fachvortrag mit anschließender Diskussion. Im Vortrag soll es um eigene Forschungsarbeiten gehen, insbesondere die Einleitung soll aber für Zuhörer auf dem Niveau eines Bachelor-Studierenden verständlich sein. Die Entscheidung über die Vergabe des Preises fällt eine Jury aus Mitgliedern des Lenkungskreises der DECHEMA-Fachgemeinschaft Biotechnologie unter Einbeziehung des Publikums-Votings.

Einzureichen sind neben Lebenslauf und Publikationsliste eine einseitige Kurzfassung des geplanten Vortrags.

Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert und wird von der DECHEMA-Fachgemeinschaft Biotechnologie vergeben. Einreichungsschluss ist der 5. November 2019.

Die Ausschreibungsrichtlinien und das Einreichungsformular unter
https://dechema.de/Hochschullehrer_Nachwuchspreis_Biotechnologie

Die Innovationsplattform „KEEN – Künstliche-Intelligenz-Inkubator-Labore in der Prozessindustrie“ ist am 19. September 2019 im KI-Innovationswettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) ausgezeichnet worden. Der Wettbewerb prämiert durchsetzungsstarke Leuchtturmprojekte, die die künstliche Intelligenz (KI) als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme einsetzen wollen. Ab April 2020 wird das BMWi das KEEN-Konsortium voraussichtlich mit 10 Mio. EUR fördern. Zum gesamten Projektvolumen kommen noch 7,5 Mio. EUR von den Industriepartnern.

KEEN wird von der TU Dresden koordiniert und verbindet 25 Industrie- und Wissenschaftseinrichtungen, darunter die DECHEMA, mit dem Ziel, die Technologien und Methoden der künstlichen Intelligenz in der Prozessindustrie einzuführen. Diese umfasst u.a. die chemisch-pharmazeutische Industrie und ist die drittgrößte Industriebranche Deutschlands. Damit sie im internationalen Wettbewerb weiterhin konkurrenzfähig bleibt, muss die Produktion vorausschauender werden. Immer kürzere Produktlebenszyklen einerseits und der hohe Bedarf an Nachhaltigkeit und dem verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen anderseits bilden ein Spannungsfeld, dem die traditionelle Anlagenplanung und Prozessführung nicht mehr gewachsen sind. Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, diesen spezifischen Herausforderungen zu begegnen. Denn sie kann große Datenmengen erfassen, verstehen und analysieren und damit komplexe Prozesse besser prognostizieren. „Wenn die Komplexität von Produkten, Prozessen und Anlagen steigt, brauchen Ingenieure einen ‚kognitiven Verstärker‘, um flexibler und schneller die neuen Lösungen zu erarbeiten“, so der KEEN-Projektkoordinator Prof. Leon Urbas, Professor für Prozessleittechnik an der TU Dresden. „Die künstliche Intelligenz kann einen gut ausgebildeten Ingenieur nicht ersetzen, aber ein nützliches Werkzeug für ihn sein.“

Das KEEN-Konsortium forscht an der Implementierung von KI-Verfahren in drei Themenbereichen: der Modellierung von Prozessen, Produkteigenschaften und Anlagen, dem Engineering (besonders der Unterstützung komplexer Planungsprozesse und Sicherheitsengineering) sowie der Realisierung selbstoptimierender Anlagen. „Die Einbeziehung verschiedener Aktivitäten im gesamten Feld der chemischen und biotechnologischen Industrie erlaubt uns, die Möglichkeiten der Digitalisierung sehr breit zu erkunden“, ist Prof. Norbert Kockmann von der Technischen Universität Dortmund überzeugt. Die künstliche Intelligenz kann Muster komplexer Prozesse erkennen und helfen, Ähnlichkeiten, statistische Auffälligkeiten und Simulationen einzubinden und Entscheidungsempfehlungen abzuleiten. „Für die Prozessindustrie ist es wichtig, dass die KI nicht nur Handlungsempfehlungen liefert, sondern auch Erklärungen, auf welcher Grundlage diese Empfehlungen erstellt wurden“, erklärt Prof. Urbas. „Der Entscheidungsprozess muss transparent sein. Nur so können die Ingenieure eine bewusste Auswahl treffen“.  

„Wir wollen KI-basierte Lösungen erarbeiten, die am Ende einen echten Mehrwert für die Unternehmen darstellen. Durch die starke, breit aufgestellte industrielle Beteiligung, von Startups bis hin zu großen Konzernen, bietet das Projekt die Möglichkeit, die KI-Innovationen direkt in die Anwendung zu überführen“, so Dr. Michael Bortz, Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM. Die Forschungsarbeit im KEEN-Projekt soll bis 2023 laufen. Bis 2025 sollen die ersten kommerziellen KI-Produkte für die Prozessindustrie verfügbar sein.

Quelle: TU Dresden, weitere Informationen: https://tu-dresden.de/tu-dresden/newsportal/news/die-innovationsplattform-keen-an-der-tu-dresden-ist-unter-gewinnern-des-ki-innovationswettbewerbs-des-bmwi

Die Stimmung war hervorragend beim 12. Bundesalgenstammtisch im September 2019 in Kiel. Sicher trug auch der Tagungsort dazu bei. Denn die ca. 120 Teilnehmer konnten nicht nur aktuelle Forschungsergebnisse erfahren und intensiv diskutieren, sondern in und rund um Kiel Algenkultivierung und – nutzung live erleben. Kiel hat sich in den letzten Jahren zu einer Hochburg für die Algenbiotechnologie entwickelt, und auf den angebotenenen fünf Exkursionen zu Unternehmen und Instituten in der Region konnten sich die Gäste selbst ein Bild von Forschung und Anwendung entlang der Wertschöpfungskette machen.

Auch im Vortragsprogramm hatten die örtlichen Aktivitäten ihren Platz. Dazu kamen Vorstellungen der neuen „Innovationsräume Bioökonomie“, namentlich  BaMS und BioBall, in denen Mikroalgen eine Rolle spielen werden. Weitere Sessions befassten sich mit der Nährstoffversorgung von Algenkulturen, den Wechselwirkungen zwischen Alge und Reaktorsystem und der Frage, wie man marktfähige Produkte auf Basis von Algen entwickelt.

Zusätzlich zu den Präsentationen konnten sich die Teilnehmer in der Posterausstellung einen Überblick über den Stand der Wissenschaft verschaffen.

Das nächste Treffen der Algencommunity wird im Rahmen der 34. DECHEMA-Jahrestagung der Biotechnologen vom 21.-14. September 2020 in Aachen stattfinden. Der Call for Papers öffnet Ende Oktober 2019.

Im Frühjahr 2021 findet dann in Wien der erste DACH-Algen-Kongress statt, der das Jahrestreffen des österreichischen Netzwerkes Algen und den deutschen Bundesalgenstammtisch in einer gemeinsamen Veranstaltung des DACH-Netzwerkes Algen bündelt.

Arbeitskreis Prozessanalysentechnik feiert Jubiläum

Vor 15 Jahren wurde der Arbeitskreis Prozessanalysentechnik als Forum für Anwender Hersteller und Akademia gegründet. Seine Aufgabe ist noch lange nicht erfüllt, denn kaum ein Thema entwickelt sich angesichts von Digitalisierung und Prozessintegration so dynamisch wie die Prozessanalytik. Beim 15. Herbstkolloquium Prozessanalytik vom 25. -27. November im Marl geht es deshalb vor allem um Entwicklungen für die Zukunft.

Die Gründung: Ein Kommunikationsforum für die Prozessanalytik

Ohne Prozessanalytik geht fast nichts in der chemischen, pharmazeutischen oder Lebensmittelproduktion – von der Planung bis zur Produktion werden Daten gesammelt, ausgewertet und auf dieser Basis Prozesse angepasst und optimiert.  Und was vor 15 Jahren galt, ist heute so aktuell wie je: Die Prozessanalytik (PAT) ist ein hochdynamisches Thema, dass die Zusammenarbeit vieler erfordert. Deshalb wurde der Arbeitskreis PAT ins Leben gerufen.  Er bildet eine Anlaufstelle für Austausch und Kommunikation für Wissenschaftler, Entwickler und Anwender.

Heute: Mehr Dynamik als je zuvor

Heute ist die PAT dynamischer denn je. Immer noch werden neue analytische Verfahren entwickelt. Doch auch bestehende Laborverfahren müssen an die Anforderungen der Prozessanalytik angepasst werden. Dazu kommen die Möglichkeiten, die durch die Digitalisierung realisiert werden sollen: Von neuartigen Sensorkonzepten über Plug-In-Software für mobile Geräte bis zu Deep Learning verändern innovative Ansätze die Prozessanalytik. Gleichzeitig sinken die Kosten und sorgen so dafür, dass immer mehr Prozess-Sensoren eingesetzt werden.

Wie werden solche Systeme konsistent in Automatisierungs-Konzepten vernetzt? Um diese Frage zu klären, müssen sich die Akteure innerhalb der Prozessanalysentechnik mehr denn je austauschen. Mehr noch: Der Austausch mit anderen Disziplinen ist unbedingt erforderlich, um das vorhandene Potenzial der Prozessanalytik effektiv für die Prozesse zu nutzen.

Der Arbeitskreis Prozessanalysentechnik: Ein Forum für den Trialog

Hier setzt der Arbeitskreis Prozessanalysentechnik an. Dieses Forum ist zugleich national und international Schnittstelle zu anderen Organisationen auf dem Gebiet der Prozessanalytik. Damit übernimmt der „AK PAT“ die Themenführerschaft im Bereich der Prozessanalytik bzw. der Prozessanalysentechnik (PAT) in der DACH-Region. Er vernetzt Fachleute aus den drei Sektoren Anwender, Hersteller und Akademia im Trialog zu einer gemeinsamen Community.

Trialog und Themenspektrum des AK-PAT

Ein starkes Netzwerk auf vielen Säulen

Der Arbeitskreis Prozessanalytik  ist ein Zusammenschluss von Einzelpersonen, der als Arbeitskreis der Fachgruppe Analytische Chemie in der GDCh verortet ist. Gleichzeitig pflegt er eine enge fachliche Anbindung an die Fachgruppe Prozess-, Apparate- und Analysentechnik in der DECHEMA. Aus diesen Gremien kommen technische Konzepte, Empfehlungen und Good Practice, vor allem aber auch Standardisierung in sehr systematischer Arbeit. Der AK-PAT ergänzt dies als Forum, das sich den Austausch aller Beteiligten zum Thema Prozessanalytik zum Ziel gesetzt hat. Der AK-PAT ist heute die wichtigste deutschsprachige Plattform für Prozessanalytik mit über 350 Mitgliedern.

Beispielhafte Schwerpunkte des AK-PAT

Smarte Sensoren

Der smarte Sensor misst mehrere Messgrößen, kalibriert und optimiert sich selbst, ist leicht in Anlagen zu integrieren und erhält seinen Betrieb selbständig. Eine Prozessintelligenz kann aus den multisensorischen und multivariaten Messdaten übergeordnete Informationen generieren. Dies ermöglicht eine flexible, aber zielgenaue prädikative Prozessführung, die Schwankungen der Prozessumgebung begegnen kann. Der AK-PAT beschäftigt sich  mit der Fragestellung, wie eine Selbst-Kalibrierung erreicht werden kann. Außerdem soll der Anwender das Lebenszyklus-Management zum Erhalt eines validen Messsystems sichern können.

Automatisierungskonzepte

Die Prozessanalytik fokussiert sich nicht nur auf die Erfassung von physikalischen und chemischen Messgrößen oder das Verständnis der Prozesse, sondern befasst sich auch mit flexibilisierten Automatisierungskonzepten und Prozesstopologien. Das reicht  von der Versuchsplanung bis hin zu einer modell- und datengetriebenen Prozessführung. Solche Konzepte sind ein durchgängiges Hauptthema auf den Veranstaltungen des AK-PAT  wie z.B. dem jährlichen Kolloquium.

Förderung für den Nachwuchs

Die Nachwuchsförderung liegt dem AK-PAT besonders am Herzen. Deshalb hat er das Doktorandenseminar als spezielles Forum entwickelt. Es bereitet Jungakademiker auf die spätere wissenschaftliche Arbeit in einer PAT-Abteilung vor. Beim Doktorandenseminar des AK-PAT können Nachwuchswissenschaftler die eigene Arbeit im Kreis von Gleichgesinnten vorstellen und diskutieren. Das Feedback hilft dabei, Querverbindungen oder andere Perspektiven zu entdecken. Man könnte auch sagen:  Hier lässt sich „der Austausch üben“. Fachlich tiefgehende Vorträge von Praktikern aus der Industrie tragen dazu bei. Übungen zu Kreativitätstechniken und zur Ideenentwicklung wie etwa Design Thinking vermitteln Arbeitstechniken, die in der Industrie geschätzt werden.

Doktorandenseminar 2019 bei der BAM in Berlin

Dass im Vorstand des Arbeitskreises neben den drei Vertretern der Trialog-Partner auch ein Jungakademiker Vorstandsmitglied ist, zeigt,  welche Bedeutung den Jungakademikern im AK-PAT beigemessen wird

Der jährliche Höhepunkt – das Herbstkolloquium des AK-PAT

Das Herbstkolloquium des Arbeitskreis Prozessanalytik ist der jährliche Höhepunkt des Trialogs. In diesem Jahr findet es am 26. und 27. November in Marl bei Evonik statt. Themenschwerpunkt des 15. Kolloqiums ist die Prozessanalytik in der industriellen Anwendung: Innovative Prozessanalytik als zentrales Element im Produktlebenszyklus.

Das Kolloquium umfasst Vorträge von Forschern und industriellen Anwendern, aber auch moderierte Round-Table-Diskussionen, an denen sich jeder Teilnehmer beteiligen kann. Dabei können Fragen und Kommentare zu den Vorträgen nicht nur am Ende des Vortrags vorgebracht werden, sondern über ein Onlinesystem  per Smartphone auch bereits während des Vortrags.  So findet jede Frage und jeder Kommentar zum Schluss Berücksichtigung.

Vortragssession auf dem PAT-Kolloquium 2017 bei Festo in Esslingen

Ein Highlight ist die Poster-Ausstellung und der Poster-Slam. Jung-Forscher stellen ihre Poster zu ihren wissenschaftlichen Arbeiten in kürzester Zeit und hintereinander weg auf dem Podium vor. Wem diese Zeit zur kurz ist oder wer vertieft diskutieren möchte, hat dafür viel Gelegenheit:  Alle Poster sind an beiden Veranstaltungstagen in der Poster-Ausstellung zu sehen und können mit den Vortragenden diskutiert werden. Auch über den Poster-Preis kann onlineabgestimmt werden; er wird am Schluss der Veranstaltung verliehen.

Und auch die Anwendung kommt nicht zu kurz: Die Veranstaltung wird von einer Ausstellung der Hersteller von Prozessanalysentechnik begleitet. Dort kann man mit Firmen ins Gespräch kommen.

Auch auf europäischer Eben ist der AK PAT aktiv – zum Beispiel im Rahmen der EuroPACT

Die ersten 15 Jahre haben Sie verpasst? Lassen Sie es nicht noch mehr werden. Ihre Mitarbeit ist jederzeit willkommen – werden Sie jetzt Mitglied und nehmen Sie am Trialog und an unseren Veranstaltungen teil.

www.arbeitskreis-prozessanalytik.de

Nächster Termin für den alle Prozessanalytiker: Das Herbstkolloquium Prozessanalytik vom 25. -27. November im Marl mit dem Themenschwerpunkt: PAT in der industriellen Anwendung – Innovative Prozessanalytik als zentrales Element im Produktlebenszyklus Melden Sie sich jetzt an!

Precision Medicine – where Bioinformatics & Medical Informatics meet. That was the general topic for the German Conference on Bioinformatics in Heidelberg from 16-19 September 2019. Participants had a great time – not only with a lot of cutting-edge science, but also some rather unexpected discoveries…

The German Conference on Bioinformatics (GCB) is an annual, international conference devoted to all areas of bioinformatics and meant as a platform for the whole bioinformatics community. Recent meetings attracted a multinational audience with 250 – 300 participants each year.
In 2019, the conference focused on bringing physicians, bioinformatics & medical informatics together and aimed to showcase applications and opportunities beyond.

Everything is ready…

And here we go

Inspiring talks on cutting-edge science…

… lessons learned…

…and yes, cats!

Great atmosphere for the evening lecture

And the FaBI Dissertation Award goes to…

Dr. Kai Dührkop (Friedrich-Schiller-Universität Jena) received the Dissertation Award 2019 of the Bioinformatics Working Group (FaBI). He developed a highly performative, transdisciplinary method for the rapid identification of small molecules from tandem mass spectra. These are an important tool in medical analytics, metabolome research and the search for biomarkers in pharmaceutical research. Its focus are fragmentations of unknown molecules. New algorithms allow for the informatic registration of complex splits in mass spectra. By comparing numerous alternative disintegration pathways, the computer identifies the most plausible structures. Kai Dührkop’s methodology is the basis for analytical software that is now used in laboratories.

A group photo from above

In the middle of a hot summer, c. 1,500 researchers gathered in Aachen to discuss the latest trends in catalysis at EuropaCat in Aachen. As always, the catalysis community let us be part of the event via Twitter (#EuropaCat2019) – we have collected some of the highlights of the conference.

The claim of EuropaCat 2019 „Catalysis without Borders“ drew some attention in advance:

Science,…

…awards…

…things to see in the exhibition…

…cooperation…

… and fun!

Leaving with a teardrop in the eye after a great event:

Power-to-X ist ein Konzept, das scheinbar alle Wünsche erfüllt: Eine Wirtschaft, die gleichzeitig den Energiebedarf deckt, Mobilität und Wärme gewährleistet und sogar als Grundlage der Chemieproduktion dienen kann und dabei gleichzeitig klimaneutral und ressourcenschonend ist. Doch wie weit sind wir von der Umsetzung entfernt?

Power-to-X-Technologien nutzen Strom aus erneuerbaren Quellen, um aus Kohlendioxid Gas, Kraftstoffe oder Chemikalien (subsummiert als „x“) zu erzeugen. Indem solche neuen Prozesse entwickelt und umgesetzt werden, lässt sich die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen reduzieren. Auch Dr. Simon Hafner, ThyssenKrupp Industrial Solutions, sieht das so: „Power-to-X-Technologien werden ein wichtiger Baustein sein, um den Übergang aus der fossilen Energieversorgung erfolgreich zu meistern.“ Gleichzeitig können diese Verfahren dazu beitragen, die Schwankungen in der erneuerbaren Stromerzeugung auszugleichen. Schlüssel dafür ist die Integration der Energiewirtschaft mit dem Verkehrssektor und der chemischen Industrie.

Kern von Power-to-X: Elektrolyse

„Power-to-X entwickelt sich von einem möglichen Szenario zu einer absoluten Notwendigkeit“, sagt Arnaud de Lhoneux, Regional Business Development Manager von Hydrogenics Europe. Sein Unternehmen beschäftigt sich seit 60 Jahren mit Wasserstofftechnologie. In den letzten Jahren beobachtet er einen wachsenden Anteil an Projekten im Energiebereich. Gleichzeitig werden die Elektrolyseanlagen immer größer.

Auch Christian von Olshausen von der Sunfire GmbH sieht die Entwicklung von Power-to-X positiv: „Elektrolyse ist das Bindeglied zwischen Elektrizität und Chemie. Auf lange Sicht wird PtX praktisch alles ersetzen, was heute aus Gas,Kohle, Rohöl oder Biomasse gewonnen wird.“

Chancen für Gründer

Sicher ist: Power-to-X-Technologien sind nicht mehr nur Träume im Labor. Das zeigt sich schon daran, dass mittlerweile eine ganze Reihe von jungen Unternehmen und Gründern auf ihre Verwirklichung setzen. „Wir können heute schon kompakte modulare Anlagen einsetzen, um die Kohlendioxid-Emissionen zu senken und den Weg in eine nachhaltige Zukunft für Mobilität und Chemie zu ebnen“, sagt Dr. Tim Boeltken, Managing Director des jungen Karlsruher Unternehmens Ineratec, das sich auf Reaktortechnik für Gas-to-Liquid-Prozesse spezialisiert hat. 

Auch die ESy-Labs aus Regensburg baut auf die Zukunft von Power-to-X. Das 2018 gegründete Unternehmen ist auf elektrosynthetische Verfahren zur Herstellung von organischen und anorganischen Rohstoffen spezialisiert. CEO Dr. Tobias Gärtner sieht dies als wichtigen Bestandteil zukünftiger Anwendungen: „Integrierte Lösungen verbinden die Vorteile verschiedener Forschungsbereiche: Elektrosynthese in Kombination mit Biotechnologie und chemischer Technik ist eine hervorragende Grundlage für wegweisende Innovationen.“

Mehr zu Power-to-X, aktuellen Technologien und neuen Anwendungen erfahren Sie beim DECHEMA-PRAXISforum Power-to-X am 8. und 9. Oktober 2019 in Frankfurt – melden Sie sich jetzt an!